Nach viel hin und her hat sich Kromede als endgültiger Server durchgesetzt, genauso wie der Krieger als Klasse – Gladiator, um genau zu sein. Zwar habe ich bereits die Fernkämpfer Beschwörer und Jäger ausprobiert, aber der nahkampfbasierte Spielstil liegt mir nach wie vor am ehesten. Zumal die Geplänkel auf kurze Distanz fantastisch animiert sind, etwa wenn sich mein Zweihand-tragender Plattenträger mehrmals um die eigene Achse dreht und dabei mit einem Flammenwirbel in die Höhe steigt. Als Gladiator kann ich aber auch zur Einhand/Schild-Kombination greifen und wäre dank guter Rüstung auch als Offtank geeignet.
Level 14 ist mein Elyos-Charakter derzeit – trotz Headstart nicht sehr weit, das liegt daran, dass ich erst andere Klassen ausprobiert und mir generell viel Zeit genommen habe. Die Welt von Aion ist faszinierend und versetzt mich mit tollen Panoramen und einfallsreichen Kreaturen immer wieder ins Staunen. Leider sind die Grenzen zu streng gezogen – Berge in der Distanz sind nur Zierde und unerreichbar, Wasser ist tödlich, da man nicht schwimmen kann, sondern einfach in das Wasser läuft und folglich ertrinkt. „Einfach drüberfliegen“ mag man jetzt denken, aber leider ist das Nutzen der gefiederten Schwingen in vielen Bereichen nicht gestattet und anfangs zudem auf nur 60 Sekunden begrenzt. Dennoch macht die Erkundung der Welt Spaß, bisher wurde ich aber das Gefühl nicht los, mich durch eine etwas zu lineare Welt zu bewegen. Blizzards Azeroth ist für mich somit immernoch die MMO-Welt Nr.1.
Questtechnisch orientiert sich Aion am Genrestandard, man muss also x-Viecher töten, den Laufburschen spielen oder Gegenstände sammeln. Interessant ist aber die Unterteilung in Kampagnen- und normalen Quests, erstere lockern das Spielgeschehen mit teils spektakulären Cutscenes auf. Bisher gefiel mir vor allem die Kampfszene am Ende der „Ascension“-Quest auf Level 9, bei der man sich seine Klassenspezialisierung aussucht und schlussendlich die Flügel bekommt.
In der Kategorie Charakter- und Rüstungsdesign erhält das koreanische Online-Rollenspiel auf Basis der Cry-Engine die volle Punktzahl: Die Items sehen umwerfend aus und sind zudem individuell färbbar – allerdings kostet das Kinah, die Währung in Aion. Geld scheint sowieso eine sehr große Rolle zu spielen: Teleportation, stationäre Flugrouten, das Binden an einen Ort für späteren Rückruf – alles kostet bare Münze. Ausrüstung sollte man sich zudem selbst kaufen, denn die Quests geben (bisher) nicht sonderlich viel her. Auch Berufe sind zu Beginn teuer. Das Crafting-System orientiert sich ebenfalls an Genre-Konventionen, nur können die Herstellprozesse hier fehlschlagen. Sonderlich intensiv habe ich mich damit aber noch nicht beschäftigt, aber ich bin schon fleissig am Ressourcen-Sammeln, das kann man nämlich einfach so. Ärgerlich: Jeder Ressourcenpunkt ist dreimal abbaubar, muss also entsprechend oft angeklickt werden. Andere Spieler können sich problemlos dazwischenklicken und so das Objekt der Begierde klauen. Leider begegnet man solch unhöflichen Spielern etwas zu häufig. Übrigens sollte man auch den Allgemein-Chat ausblenden, oft ist das Niveau dort am Boden des Brunnens unterm Keller.
Warum spiele ich gern Aion? Weil der Kampf Spaß macht mit seinen spektakulären Effekten und intelligenten Comboskills, weil die Welt wunderschön ist, weil es grafisch und musikalisch überzeugt. Wie wird das Endgame? Wie das PvE, wie das PvP? Das gilt es für mich herauszufinden, falls mich Aion so lange halten kann. Im Moment sieht es aber ganz danach aus! Zum Abschluss noch ein Bild meines Daeva, Delacroix, dem Gladiator. (Klicken zum vergrößern)






















