
Verpasst: Shadow of the Colossus
26. Juni 2009Stellt euch ein Zelda vor nur mit der riesigen Spielwelt, den Endgegnern und ohne jeglicher Sammelei – dann habt ihr Shadow of the Colossus. Also ein Spiel mit einem berittenen Helden, bewaffnet mit Schwert und Bogen, der durch eine riesige Welt reist um 16 Kolosse zu erledigen. Ich habe das PS2 Action-Adventure aus dem Jahre 2005 jetzt nachgeholt:
Hauptspielelement sind wie bereits erwähnt die Kämpfe gegen die 16 Kolosse. Shadow of the Colossus zeigt eindrucksvoll, wie epische Bosskämpfe aus- zusehen haben. Die meisten Kolosse sind riesig und müssen vom Spieler erst erklommen werden. Anschließend gilt es die Schwachstellen zu finden und entsprechend zu bearbeiten. Dabei muss man darauf achten nicht vom Koloss zu fallen, da der sich natürlich kräftig wehrt. Man könnte jeden Koloss auch als Puzzle bezeichnen, da es teilweise schon knifflig ist rauszufinden, wie man überhaupt auf die Viecher raufkommt. Rätselt man zu lang ertönt eine Stimme die einem einen Tipp gibt, der mir zumindest oft geholfen hat. Die Schwachstellen der Kolosse kann man sich durch sein magisches Schwert anzeigen lassen, wenn man es im Licht hochhält und auf den Giganten richtet. Natürlich sind nicht alle 16 Kolosse gleichermaßen gut designt, aber es gibt keinen Totalausfall. Das Spielgefühl ist einfach unvergleichlich wenn man einen Koloss nach hartem Kampf zu Boden schickt.

Perfekt ist Shadow of the Colossus aber nicht. Die Kolosse sind in der riesigen Spielwelt verteilt, die man mit seinem Pferd bereist. Es gibt auf der Reise keine Gegner, nichts zu sammeln oder sonstiges. Man reitet schlichtweg zum Koloss, was zwar anfangs noch recht ansehnlich ist und auch zur einsamen Atmosphäre beiträgt, aber später schlicht öde wird – so ging es mir zumindest. Zweiter Schwachpunkt ist die unintuitive Pferdesteuerung. Zelda hat bereits gezeigt wie es richtig geht, hier bedarf es Eingewöhnung. Die stets geringe Framerate fällt ebenfalls negativ auf – die sonst hervorragende Präsentation wird dadurch getrübt. Kolosse und Spielwelt sind nämlich beeindruckend gestaltet und der Soundtrack – wenn auch spärlich gesäht – ist sehr stimmig und einprägsam. Zur Story nur so viel: Zu Beginn und am Ende des Spiels gibt es längere Zwischensequenzen und die Geschichte regt zum Nachdenken an, rückt aber im Hauptteil des Spiels in den Hintergrund.
Shadow of the Colossus ist einzigartig und überzeugt mit seinen atembe- raubenden Kämpfen gegen die Kolosse. Beim Drumherum gibt’s aber Abzüge – artistisch zwar beeindruckend, aber spielerisch nicht makellos. Wer enorme Spieltiefe erwartet wird außerdem enttäuscht, nach ca. 8 Stunden ist die Gigantenhatz bereits vorbei. Ich hatte viel Spaß mit Shadow of the Colossus und würde gerne wissen, wie ein Spiel mit Gegnern solchen Ausmaßes mit heutiger Technik aussehen würde!

ICO und Shadow of the Colossus sind der Grund, aus dem ich seit Monaten überlege, mir doch noch mal eine PS2 zuzulegen. Aber nun macht ja das Gerücht die Runde, dass die PS3 wieder abwärtskompatibel wird. Also mal abwarten. Aber nicht zu lange: ICO und SotC werden wohl kaum billiger, sondern mit fortschreitender Zeit eher teurer werden.
Hm wenn Sony die Software-Emulation für PS2 Spiele hinbekommt wäre das klasse. Dann könnte ich meine meine dem Tode nahe PS2 einsargen.
Aber ja, die Spiele sind toll – ICO fange ich gerade erst an, ist aber auch sehr interessant. :)
Das tolle an diesen Spielen, obwohl ich sie nie gespielt habe, scheint zu sein, dass sie von der besonders seltenen Art sind, dass man sie „einfach mal so“ spielen kann, ohne die Ziele des Spiels im Sinn zu haben. Wie in einem Gedicht scheint es einfach schon Spaß zu machen in der gewöhnlichen Gegend rumzulaufen und die Emotionen kommen fast automatisch.