Neu ist Left4Dead nicht mehr wirklich, aber ich habe erst jetzt zugegriffen. Auf das Spiel gab es nämlich im letzten Weekend Deal von Steam 50% Rabatt (der läuft heute übrigens erst aus). Die Demo war bereits spassig, aber was taugt die Zombiehatz nun in der Vollversion? Hier meine Review:
The Good:
Präsentation: Valve holt nochmal einiges raus aus der betagten Source-Engine. Besonders die Charaktere sind sehr detailliert und wenn Horden von Zombies auf einen zustürmen ist das ein beeindruckendes, wenngleich furchteinflößendes (und übrigens stets flüssiges) Bild. Der Sound ist ebenfalls sehr gut – schnell lernt man die verschiedenen Zombiearten an ihren charakteristischen Geräuschen zu erkennen.
Echtes Coop: Left4Dead wäre schnell langweilig, könnte man es nicht mit mehreren Spielern angehen. Dabei ist es essentiell auf seine Kollegen zu achten und sich gegenseitig zu unterstützen – sei es in dem man jemanden heilt oder ihm einen Zombie vom Hals schafft. Bei der Waffenwahl sollte sich optimalerweise auch abgesprochen werden, denn 4 Spieler mit Shotgun sind nur bedingt effektiv. Spielt man im Versus-Modus auf Seiten der Zombies, ist Absprache für eine erfolgreiche Partie sogar noch wichtiger. Diese Art perfektioniertes Coop habe ich noch in keinem anderen Spiel erlebt.
Tolle Zombies: Neben den schnellen Standard-Kanonenfutter-Zombies gibt es auch besondere Viecher, die andere Vorgehensweisen erfordern. Der Smoker beispielsweise greift sich von großer Distanz einen Spieler, der solange bewegungsunfähig ist, bis ihn ein Mitspieler befreit. Der Tank wiederum ist ein Koloss, der besonders viel austeilt und noch mehr aushält und bei dem das ganze Team ran muss. Hunter, Boomer und Witch erfordern wieder andere Taktiken. Diese Zombievielfalt macht die Partien angenehm dynamisch und anspruchsvoll – man muss immer auf der Hut sein.
Atmosphäre: Left4Dead hat typischen Zombie B-Movie Charme und baut durch die tolle Geräuschkulisse und die stimmigen Levels eine dichte Atmosphäre auf. Außerdem ist die Freude groß, wenn man es mit Freunden geschafft hat, auch den letzten Zombie umzunieten und schließlich die HighScore-repräsentierenden Credits über den Bildschirm flimmern.
Wiederspielwert: Die 2 Spielmodi, die 4 Schwierigkeitsgrade, die Achievements, die High-Scores, des Geschrei im Voice-Chat, der Coop-Spaß – all das motiviert das Spiel immer und immer wieder zu spielen. Die Zombiejagd wird nicht so schnell langweilig und mit dem kommenden DLC ist für die Zukunft gesorgt.
The Bad:
Umfang: Um einmal durch alle Abschnitte zu fegen braucht man keine 5 Stunden – dann hat man im Endeffekt alles gesehen. Das ist selbst für ein Multiplayer-Spiel, das auf mehrere Partien ausgelegt ist, wenig. Glücklicherweise liefert Valve bald kostenlosen Nachschub.
Cut: Auch hier ist die USK-Version geschnitten: die Leichen von Zombies verschwinden sofort. Blut gibt’s trotzdem und insgesamt ist die Zensur nicht so stark wie etwa bei F.E.A.R. 2.
Fazit: Ich spiele eigentlich selten Multiplayer-Shooter, aber Left4Dead wird mich noch lange fesseln. Das liegt an der kultigen Zombie-Atmosphäre und dem genialen Coop-Erlebnis. Da sehe ich auch gern über den geringen Umfang hinweg, denn ich bin mir sicher, dass Valve stets für neue Inhalte sorgen wird. Wer ein anspruchsvolles und fesselndes Team-FPS sucht, das man auch mal zwischendurch spielen kann, ist mit Left4Dead also bestens beraten.
