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Spiele-Trend: DLC

29. Januar 2009

Noch in der letzten Generation von Spielen gab es auch nach dem Release eines Titels teilweise massig neue Maps, Models oder gar kleine Missionen zum Download – das sollte dem entsprechenden Spiel Langlebigkeit einhauchen und gehörte zum guten Fanservice. Das Beste: Es war kostenlos! Nur große Erweiterungen – neue Kampagnen oder Spielmodi etwa – kamen in Bezahl-Addons. Heute gibt es diesen Zusatzinhalt zwar immernoch, nur heißt er jetzt Downloadable Content – kurz DLC – und kostet in den meisten Fällen Geld!

Wirklich neu ist nun, dass auch Konsolen in Genuss von neuen Inhalten kommen – dank der einfachen Distribution via X-Box Live und PSN. Dass man für neue Mini-Kampagnen oder gar Story-Erweiterungen auch gerne den ein oder anderen Euro zusätzlich zahlt, ist nachvollziehbar. Aber dass viele Entwickler und Publisher bereits Geld für einzelne Maps oder Spielermodelle verlangen, ist schlicht und ergreifend Kundenausbeute. Oft kauft man auch nur Freischalt-Codes, die dann Inhalte freigeben, die bereits vorher auf der Disc gespeichert waren – man läd also gar nichts runter sondern zahlt nochmal drauf, um das komplette Spiel nutzen zu können. Komplett ist das Stichwort – bekommen wir in Zukunft vermehrt halbgare und unfertige Spiele als Vollpreis-Titel angeboten und werden im Nachhinein erneut zur Kasse gebeten? Das lässt sich schwer einschätzen, das Medium ist noch relativ neu und viele Anbieter loten ihre Möglichkeiten aus.

PC-Spieler sind vom neuen Trend am meisten betroffen – denn früher war man gewohnt neue Inhalte für lau zu bekommen. Heute bekommen die PC’ler sie teilweise gar nicht mehr – zu sehen am Beispiel von Prince of Persia, dessen Zusatzinhalt nur auf Konsolen erscheint. Den neuen Inhalt für Fallout 3 können PC-Spieler nur über das kaum verbreitete Games for Windows Live erstehen – und das auch nur, wenn sie sich vorher Microsoft-Points kaufen. Das wäre verkraftbar, wenn GfWL von Microsoft so vorbildlich genutzt und ausgebaut worden wäre, wie X-Box Live. Aber eigentlich will man ja, dass sich die Spieler eine 360 zulegen, statt am PC zu zocken – da erscheint es einen wie eine Farce, wenn Microsoft Windows immernoch als „First-Class Gaming Platform“ bezeichnet.

Natürlich gibt es trotzdem auch Entwickler, die vorbildlich mit dem neuen Trend umgehen. Die Burnout-Macher Criterion etwa liefern selbst ein Jahr nach dem Release noch kostenlose Inhalte für ihr Rennspiel. Ascaron spendiert Sacred 2 Spielern mit fast jedem neuen Patch neue Gegner und Items. Rockstars DLC für GTA IV wird zwar kostenpflichtig, scheint aber dafür auch die Ausmaße eines richtigen Addons anzunehmen (bedauerlich ist nur die 360-Exklusivität).

Ich glaube, dass der DLC in Zukunft noch stärker wird, gerade im Zeitalter der digitalen Distribution. Sicherlich wird es Anbieter geben, die versuchen das meiste Geld rauszuholen – eine stabile Fanbasis schafft man sich so aber nicht. Preis/Leistung muss stimmen, dann ist jeder Spieler zufrieden. Also liebe Entwickler: Bitte stellt eure Produkte fertig, bevor ihr sie auf den Markt bringt. Und wenn wir nach dem Release erneut die Breiftasche zücken müssen, dann doch bitte mit der entsprechenden Gegenleistung!

Ein Kommentar

  1. Völlig richtig, das nervt mich auch wie die Pest. Solches Zusatzmaterial sollte immer kostenlos sein. Noch schlimmer wird es aber, wenn die Gamer selbst Content für das Game erstellen (zb Spore) und dann gezwungen werden, das auch den anderne Spielern zur Verfügung zu stellen, schlimmstenfalls dann auch noch mit Bezahlung an die Entwickler, falls die anderen Spieler das Zeug runterladen wollen.



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