
Classics: Monkey Island
19. Oktober 20081990 schuf Ron Gilbert zusammen mit den Lucasfilm Games – heute Lucas Arts – den Grundstein zu einer der besten Adventurespielreihen aller Zeiten. Alles drehte sich um einen jungenMann namens Guybrush Threepwood, der gerne Pirate werden wollte und dabei diverse Inseln bereiste. Eine davon nannte sich

Alles begann jedoch auf Mêlée Island – dort galt es die Aufgaben von ein paar schrecklich wichtigen Piraten zu erledigen. Nur so konnte Guybrush als Pirat anerkannt werden. Doch natürlich lief das nicht so, wie es sich Guybrush vorgestellt hatte: Nachdem er die Aufgaben der Piraten erledigt hatte, wurde seine Freundin und Gouverneurin von Mêlée Island, Elain Marley, entführt und das von niemand Geringerem als den Geisterpiraten LeChuck! Guybrush war gezwungen, sich eine Crew zu suchen, um LeChuck zu verfolgen und Elaine zu retten – die Meuterei der Crew, Kannibalen mit Obstköpfen, Beleidungsfechterei, ein seniler Inselbewohner und ein dreiköpfiger Affe waren nur einige Dinge, die Guybrush fortan das Leben schwer und uns einen Heidenspaß machten.

Die Grundlage der Hintergrundgeschichte ist in allen Teilen ähnlich – Elaine will gerettet und LeChuck aufgehalten werden, ob nun als Geister- oder Zombiepirat. Ron Gilbert arbeitete nur an den ersten beiden Teilen der Serie mit, die von vielen Fans als die Besten bezeichnet werden. Der dritte Teil bekam einen neuen Look im Zeichentrick-Stil – die Geschichte, der Humor und die Rätsel konnten meiner Meinung nach aber mit den ersten Teilen mithalten. Mir persönlich gefällt der dritte Teil sogar am besten, nicht zuletzt durch Murray, den sprechenden Totenschädel. Teil 4 war der Tiefpunkt der Serie: Die Grafik wurde 3-Dimensional, der Humor und die Rätsel ließen nach und die Steuerung wurde für Gamepads angepasst und war mit der Tastatur eine Qual. LucasArts hätte besser daran getan, den Stil und die Steuerung von Teil 3 beizubehalten. Dass man 3D und Point & Click dennoch gut verbinden kann, beweisen die Entwickler von Telltale Games mit ihrer Neuauflage von Sam & Max.

Das letzte Monkey Island ist aus dem Jahre 2000 und seitdem wünschen sich die Fans einen fünften Teil, der an die Qualität der ersten drei Teile anknüpft. Bis heute kursieren zwar Gerüchte über einen Teil 5, aber bei Lucas Arts‘ derzeitigen Kurs ist das wohl eher unwarhscheinlich. Schließlich haben sie damals die Entwicklung an Sam & Max aufgegeben, weil Adventures nicht mehr profitabel seien. Später verkauften sie die Lizenz an Telltale und die waren alles andere als unerfolgreich. Im Gegenteil: Trotz (oder gerade wegen?) Episodenformat verkaufte sich das neue Sam & Max prächtig, dank genialem Humor und guten Rätseln. Vielleicht gibt Lucas Arts die Lizenz an Monkey Island irgendwann weiter oder arbeitet wirklich an einem fünften Teil – mehr als hoffen und warten kann man leider nicht. Übrigens arbeitet Ron Gilbert gerade an einem Spiel namens Death Spank, das, laut eigener Aussage, eine Mischung aus Hack & Slay und Adventure werden soll. Hier findet ihr die ersten, sehr witzigen Teaser zum Spiel.
Zum Abschluß noch das geniale, deutsche Intro von Monkey Island 3
Mann, das erste Monkey Island haben ich und meine Freunde damals gemeinsam gezockt, das Spiel war der Hammer. Ich bin eigentlich kein Adventure-Fan, aber Monkey Island I war so witzig, dass es mich vom Hocker gehauen hat.
Ich kann mich noch immer an eine Szene erinnern, wo ich Tränen gelacht habe: Irgendwann später im Spiel verschwand Guybrush hinter einem Vorhang (?) und spielte sich für kurze Zeit von selbst. Unten konnte man lesen, was er da selbstständig für Aktionen ausführte und was ihm passierte, „Benutze Insektenspray gegen Nagerhorde“ usw. Ein Traum ^^.
Unter den gewöhnlichen Gesichtspunkten der Spielebewertung waren die ersten beiden Monkey Island Spiele sicher nicht besonders gut. Sie gehören trotzdem zu den besten Werken, die die Industrie bis heute hervorgebracht hat.
Abstruse und unlogische Rätsel gegen den wohl genialsten Humor, den es jemals in einem Videospiel gab. Und das trotz (oder vielleicht sogar gerade wegen) der Pixelgrafik. Selten wurde das unsichere nach-links-und-rechts-Blicken so lustig dargestellt :)