
Endgame?
8. August 2008Im Moment spiele ich kein MMORPG, mein Abo für WoW und AoC läuft zwar noch, aber aktiv bin ich in keinem der beiden Spiele. Warum? Weil ich keinen Spass mehr in diesen Spielen haben kann, denn ich weiß genau was mich im Endgame erwartet: Die Raid-Tretmühle. Und die nimmt viel zu viel Zeit in Anspruch für viel zu wenig Spielspass, vorallem wenn es an das Farmen von Ausrüstung geht und man einen Dungeon zum zwanzigsten mal besuchen muss – denn wenn man es nicht tut, hinkt man in seinem Equip hinterher und ist für die zukünftigen Raids nicht mehr tragbar. Generell machen Dungeons nur die ersten paar male wirklich Spass, aber danach sind sie nur noch repetititive Pflichtaufgabe zum Vorankommen. Auf Dauer kann also der PvE Content nicht wirklich unterhalten und trotzdem wird er gemacht, weil er halt so funktioniert. Warum er gemacht wird? Warum rennt der Hamster in seinem Rad? Hmmm. [Das gilt meiner Meinung nach für 80% aller MMOs die das gleiche Endgame-Model verwenden. Über WoW im Einzelnen habe ich hier bereits geschrieben]
Dungeons werden langweilig weil sie sich nicht verändern. Eine Lösung dieses Problems wäre der Zufallsgenerator. Layout, Monster und Bosse zufallsgeneriert erscheinen lassen, wie in Diablo – das gäbe Wiederspielwert, ist aber sehr aufwändig und senkt höchstwahrscheinlich die Qualität des einzelnen Dungeons. Andere Möglichkeit: Fokus von der Ausrüstung nehmen, damit man die Dungeons nicht farmen muss um voranzukommen oder mehr Ausrüstung fallen lassen, um so schneller den Raid auszustatten; kurzum: Den Zwang zum farmen reduzieren!
Das wahre und auch auf Dauer unterhaltende Endgame ist jedoch das PvP. Denn dort passt sich der Gegner an, ändert seine Taktiken, plant Hinterhalte – das ist motivierend und auch auf lange Sicht fordernd. Allerdings kann ich in WoWs PvP keinen Spass haben: Arena-E-Sport, unbalancierten Klassen und Equipfokus sei Dank. Age of Conans PvP klingt spannend und hat Potential, ist aber unausgereift, das Spiel ist einfach noch nicht fertig.
Warhammer Online ist hier extrem vielversprechend – groß angelegtes RvR, kein allzu großer Fokus auf die Ausrüstung, eine sich stetig verändernde Welt mit schwankenden Ländergrenzen und trotzdem noch einen PvE Teil der nicht zum Zwang wird. Klingt doch eigentlich fast schon zu gut, oder? Aber genau das wäre die Art MMO die ich mir noch vorstellen könnte. Sollte WAR jedoch enttäuschen, lasse ich dieses Genre erst einmal ruhen und widme mich den normalen Spielen – die kann ich im Moment sogar mehr genießen als sonst, so ganz ohne MMO.
Ich bin da skeptisch, ob ein MMORPG möglich ist, das nicht als riesiges Time Sink angesetzt ist. Wie soll das sonst erfolgreich sein, wenn die ganzen Vielspieler schnell durch den Content sind und nicht immer wieder irgendwelche Belohnungen ergattern können?
Und deshalb müssen fast zwangsläufig irgendwelche lästigen Schleifen drin sein, sonst hat ja gleich jeder dieselbe Aurüstung, und die Hardcore-Spieler können sich nicht mehr von der Masse abheben.
Obwohl ich dieses Genre liebe, meide ich es jetzt auch ganz bewusst. Ich weiß ja schon von mir selbst, dass ich da ziemlich drauf reinkippen kann ;-). Meine PVP Momente hole ich mir zur Zeitlieber im Online-Shooter. Geht flott, eine Runde in 20 Minuten und danach wieder aus, und Farmen gibts auch keins.