
WoW – End of the line
18. Juli 2008Ich spiele nun seit Januar 2005 World of Warcraft, habe im Mai 2007 schon einmal aufgehört zu spielen und im Januar diesen Jahres wieder begonnen und bin nun wieder am gleichen Punkt wie im Mai angelangt: es langweilt mich. Und ich bin keiner von denen, die sämtlichen Raidcontent auswendig kennen und täglich das Maximum an Daily Quests rausholt oder hoch oben in den Arena Ratings steht, ich werfe dem Spiel auch nicht vor, das es nicht genug zu tun gibt, nur jedes mal wenn ich einlogge und über meine Möglichkeiten im Spiel nachdenke, verliere ich die Lust daran.
Daily Quests sind mir zu monoton und abwechslungsarm. Gleiches für das PvP: Am Anfang dachte man noch, das hier große Schlachten zwischen Horde und Allianz auf einen zukommen, doch was hat Blizzard daraus gemacht? Unbalancierten Arena E-Sport. Diesen Schritt halte ich für fatal, da er überhaupt nicht zum Warcraft Universum passt (Allianz gegen Allianz in den Ruinen von Lordaeron, is klar). WoW hatte nie die Intention ein Spiel mit ausgeklügeltem PvP zu werden, anfangs gab es nur sinnloses Open PvP (trotzdem war das noch am witzigsten, da es zum „Horde gegen Allianz“ Gefühl beitrug), dann kamen die Battlegrounds, die das Open PvP sinnlos werden ließen und Modi wie Capture the Flag symbolisierten. Großes Schlachtgefühl kam nur selten auf, und meist nur im Alterac Tal. Außerdem gibt es nach wie vor viel zu wenig Variation, gerade mal 4 verschiedene BG’s sind ein Witz. Mit Burning Crusade kamen dann die Arena Kämpfe: Bis heute noch unbalanciert, es gibt deutlich favorisierte Klassenkombinationen und wiederum Klassen die so gut wie gar nicht vertreten sind.
Dennoch: Herzstück des Spiels sind die Instanzen. Das ist für mich auch noch der spassigste Teil des Spiels, und zumindest die ersten paar male in einer Instanz sind echt toll, doch das gesamte Raidsystem ist eine riesen Tretmühle: Man farmt Instanzen ab um Equip zu sammeln um die nächsten Instanzen abzufarmen um Equip zu sammeln um… Ihr wisst worauf ich hinaus will. Um einen ganzen Raid auszurüsten muss man viel zu oft in ein und dieselbe Instanz, was automatisch sehr viel Zeit verschlingt. Für viele ist die Hauptmotivation die eigene Ausrüstung, die sich vielleicht in jedem zehnten Raid erweitert, ein schlechtes Zeit/Belohnungs-Verhältnis. Generell liegt der Fokus des Spiels auf der Ausrüstung, wer nicht gut ausgerüstet ist, hat im PvE und PvP keine Chance, „Skill“ wird zweitrangig. Sicherlich macht es trotzdem Spass mit Freunden Erfolge in einer Instanz zu feiern, aber nachdem man zum zwanzigsten mal einen Dungeon besucht hat, ist der auch nicht mehr spannend – im Gegensatz zu echten Spielern im PvP ändern die Monster ihr Verhalten nicht, Anpassung ist nicht nötig und es verkommt zum monotonen Grinden.
Insgesamt kann ich derzeit einfach keinen Spass mehr in WoW haben – damit will ich aber nicht sagen, dass WoW ein generell schlechtes Spiel ist, es hat eine wunderschöne, detailverliebte Welt, tolle Klassen, ein spassiges Kampfsystem und an sich gut designte Instanzen – nur finde ich am Tretmühlenpinzip und am E-Sport PvP kein Vergnügen mehr. Lediglich das Leveln macht Spass und ich bin mir sicher, das ich mit WotLK 1-2 Monate Spass haben könnte beim Entdecken von Northrend, aber danach fällt es in den gleichen Trot, obwohl Blizzard mit WotLK teilweise in die richtige Richtung geht, es nämlich casualfreundlicher macht und den Aufwand reduziert, der nötig ist, um den Raidcontent sehen zu können. 10 Millionen Spieler erfreuen sich dennoch an dem Spiel, für mich ist es auf Dauer jedoch nichts mehr und höchstens noch für einen Besuch zwischendurch gut.
Es wird Zeit für was Neues!